Donnerstag, 5. Oktober 2017

Tag 13 - 16: Heimweh lässt grüßen

Oh deer! Läuft bei denen... Am
helllichten Tag mitten auf'm
Parkplatz :D
Die Überschrift sagt eigentlich schon alles - richtig uncool wie die Woche angefangen hat.
Montag morgen war ich eigentlich richtig gut drauf. Gut gelaunt ging es zum Literaturkurs und danach beim Lunch habe ich wieder zufällig Cora getroffen, mit der ich schon in der Woche davor kurz gequatscht hatte. Sie ist auch aus Deutschland und gehört zu einer der zwei größeren "Gruppen" die aus Deutschland hier sind. Ihr hatte ich in der vergangenen Woche meine Nummer gegeben, dass sie mich zu der Whatsapp Gruppe einladen konnte, weil ich mich gern mit den anderen Germans verknüpfen wollte - kann ja nicht schaden. Jedenfalls, ich hatte bis dahin nichts wieder gehört, aber wir sind alle mit Hausaufgaben beschäftigt und ich vergesse auch mal etwas, no big deal also. Zumindest bis Cora mir erzählt hat dass sie wohl meine Nummer rumgeschickt hatte, aber einige der anderen Teilnehmer kein sonderbares Interesse daran hatten mich dort aufzunehmen, um es mal nett auszudrücken. Wohlgemerkt hatte keiner der betreffenden Personen bisher auch nur ein Wort mit mir gesprochen, weshalb ich schon ein bisschen (sehr hart) vor den Kopf gestoßen war. Eine total beknackte Geschichte und Situation, die ich absolut nicht verstanden habe. People suck. Aber ein bisschen Konnektivität und Höflichkeit kann man doch erwarten wenn man mehr oder weniger in der gleichen Situation steckt wie alle anderen, oder? In dem Moment kam dann die ganze Ladung Heimweh, die sich übers Wochenende noch aufgestaut hatte, auf mich eingeprasselt - und das ziemlich erbarmungslos. Vor Kartographie hab ich mich schonmal per Sprachnachricht bei Sam ausgekotzt, der mich zum Glück direkt so gut es ging wieder aufgebaut hat. Und deswegen bis sonstwann mitten in der Nacht wach geblieben ist 🙈 In dem Moment wollte ich echt nichts weiter als eine Umarmung von meinem besten Freund/besten Freundin/Schwester/Eltern/sonstigem Familienmitglied. Nachdem ich mich durch Kartographie gequält hatte bin ich dann erstmal heim und hab mich in mein Zimmer verzogen. Eigentlich sollte mir sowas ja egal sein, aber in dem Moment war es einfach ein bisschen viel und ich kam mir schlichtweg verarscht vor. Als nächstes hab ich mich bei Angie (studiert mit mir in Deutschland und ist gerade zum Auslandssemester in Dänemark) ausgekotzt, die mich auch wieder aufgebaut hat. Der emotionale Support war auf jeden Fall da - Danke Leute!
Insanity got me like...
Das Insanity Workout abends hat dann umso mehr geholfen die ganze Aggressionen abzubauen und danach ging es mir schon bedeutend besser. Meine Schwester war dann zufällig auch extrem zeitig wach und ich konnte noch kurz mit ihr quatschen während ich mir Abendessen gemacht hab. Puh. Der Tag hatte mich ziemlich mitgenommen.
Dienstag früh stand wieder Yoga auf dem Plan, das hat auch nochmal geholfen den ganzen Mist vom Vortag zu überwinden. In Deutschland war Tag der Deutschen Einheit, für mich stand normal Uni auf dem Plan. Da ich aber nur Abends Humangeo hatte blieb den Tag über genügend Zeit um nochmal mit Cindy zu quatschen, was auch sehr dringend nötig war, vor allem weil wir während dem Wochenende nicht viel Zeit miteinander hatten und ich diesen beknackten Montag überwinden musste. Leider war das Internet dank unserer Holzleitung zuhause im Erzgebirge ziemlich dürftig, aber es hat gereicht um die wichtigen Sachen zu kommunizieren und das ist das wichtigste. Geholfen hat es allemal. Die Zeit bis zur Humangeo Vorlesung habe ich dann damit verbracht genau jene vorzubereiten: Kapitel lesen, online Quiz abarbeiten usw. Die Vorlesung selber war dann ganz ok, auch wenn ich die Dozentin auf eine merkwürdige Art und Weise anstrengend finde. Sie redet ziemlich viel ohne tatsächlich etwas zu sagen und verzettelt sich in ihren eigenen Ausführungen. Für etwas was in zwei Sätzen gesagt werden könnte braucht sie sozusagen 20. Aber gut, für den einen Term halt ich es aus. Sie ist an sich trotzdem eine sehr interessante Persönlichkeit.
Mittagspause und gutes Wetter zum
Lesen nutzen - was sonst :P
Mittwoch war dann wieder Literatur angesagt, danach habe ich mich zum Lunch mit Cora und Alena (noch eine deutsche) getroffen und wir haben uns für eine Weile auf die Wiese gechillt - das Wetter hat es hergegeben. Kartographie danach lief ganz gut, vor allem weil mir die 100%- Bewertung vom ersten Lab aus der letzten Woche ordentlich Auftrieb gegeben hat. Auch diese Woche mussten wir wieder eines abgeben und das bedeutete viiiieeel Zeit vorm Computer. Da hat Insanity im Anschluss als Abschluss für den Tag richtig gut getan.
Donnerstag früh war dann wieder Yoga Class. Danach war ich ziemlich tiefenentspannt und habe "aus versehen" zweieinhalb Stunden Mittagsschlaf gemacht.
Fun Fact: Mein Hirn verarbeitet neue Eindrücke sprichwörtlich im Schlaf. Das heißt, wenn ich irgendwo reise, viele neue Sachen auf einmal sehe und dann noch den ganzen Tag in einer "fremden" Sprache denken, sprechen und arbeiten muss, schlafe ich in der Minute ein, wo ich zur Ruhe komme. Autofahrten und während dem Lesen sind da ganz klassische Beispiele. Gib mir fünf Minuten und ich bin voll weggeratzt.
Anyway - der Mittagsschlaf hat gut getan (und war anscheinen nötig), Nachmittags war ich nur noch ein paar wenige Sachen einkaufen und habe sonst nichts weiter gemacht.
So nach und nach pendeln sich die Dinge hier ein; und der Heimweh-Schub war auch durch, dank der riesen Unterstützung von zuhause. Danke dass ich mich auf euch verlassen kann!
Wie die ganze Geschichte weitergeht lest ihr im nächsten Post. Bis dahin, lasst's krachen und bleibt euch wie immer treu ♡



Sonntag, 1. Oktober 2017

Tag 9 - 12: "Rugby, Cheerleading oder beides?" und Bier zum Frühstück

Wie Sie sehen, sehen Sie mal
wieder nichts - Danke Waldbrand!
Am Donnerstag morgen war ich überrascht, dass ich mich fast ohne Muskelkater bewegen konnte, nach dem sprichwörtlich wahnsinnigen Insanity Kurs vom Vortag. Perfekte Voraussetzungen also, um nach dem Frühstück gut gestärkt zum Yoga zu gehen. Das war auch echt ein guter Kurs und ich freue mich tatsächlich drauf den Kurs durchzuziehen. Direkt im Anschluss war ich bei der "Involvement Fair" - Eine Art Messe für die ganzen Freizeitangebote die es an der SOU so gibt. Da konnte man sich in diverse Email Listen eintragen, je nachdem woran man eben interessiert war. Dabei ist mir das Outdoor Program (Ski fahren, surfen, White Water Rafting, Wandern, Backpacking etc.) ins Auge gesprungen, da habe ich mich direkt mal eingetragen, außerdem auch bei Rugby (den Versuch ist es wert) und bei Cheerleading (Sorry not sorry - es wäre schon witzig das auszuprobieren! Reizt mich tatsächlich) und dem Sustainability Club, den Ökos sozusagen. Insgesamt eine coole Sache um sich einen Überblick zu verschaffen. Während ich noch an der Uni rumsaß kam Lukas, ein anderer Austauschstudent aus Deutschland zufällig vorbei und hat sich einfach dazugesetzt. Kurz darauf kam auch noch Cora dazu (auch aus Deutschland) und wir haben uns einfach ein bisschen ausgetauscht über die Situation und wie alles so läuft. Ich hab Cora noch meine Nummer gegeben - die Connection kann schließlich nicht schaden. Den Nachmittag habe ich zuhause verbracht, denn es gab das ein oder andere Assignment (Hausaufgabe) zu bearbeiten. Außerdem habe ich noch ein paar Sachen besorgt, unter anderem Bier, denn Sam und ich hatten viel zu lang keine "Bier und quatschen Bro time" Episode mehr, das war dann fürs Wochenende angesagt.
Rugby Practice geht scharf!
By the way: Nach drei Tagen wunderbar warmem Wetter war leider auch die Waldbrandsituation ein wenig verschärft und die Luft war nicht ganz so super.
Am Freitag war vormittags ein Workshop wegen meinem Job im Language Lab, wo wir die ganzen Dinge mit Steuern, Lohnabrechnung und so weiter geklärt haben. Es hatte auch über Nacht geregnet, sodass sich der Rauch wieder ein bisschen gelegt hatte. Der Workshop Spaß hat dann auch locker bis zum Mittag gedauert, aber immerhin war der Papierkram damit vorerst erledigt. Nachmittags war dann Schnuppertraining beim Rugby angesagt. Jeanne, eine andere International aus Frankreich die morgens schon mit mir beim Job- Preparation- Workshop war, war auch mit da und später kam auch Zara aus Indien noch dazu. Im Training ging es dann erstmal um die Basics, und an sich find ich Rugby ziemlich interessant. Wenn die Trainingszeiten passen kann es gut sein dass ich mich da mit einbringe! Den Abend über habe ich nicht sonderlich viel gemacht, mein übermäßiger Koffeinkonsum über den Tag hat mich leider des Schlafes beraubt (ich lern es einfach nie) - irgendwann gegen Mitternacht hab ich mich dann allerdings gezwungen die Augen zuzumachen.
"Kein Bier vor 4" - in Deutschland
war es Abends, zählt also 
Samstag morgen war dann erst Frühstück und dann skypen mit Sam angesagt. Das hat zwar bedeutet dass ich frühs halb elf das erste Bier aufgemacht hab, aber was tut man nicht alles im Namen der Freundschaft. Außerdem war es nur ein (unfassbar überteuertes) Schöfferhofer Grapefruit (Deutschland Import lässt grüßen!) sodass es nicht so schlimm war. Und irgendwo auf der Welt ist es immer nach 4, von dem her passt das schon das eine mal. 😅 Nachdem wir eine Weile gequatscht hatten (was echt gut getan hat - Danke Sam!) hab ich mich dann aufgemacht um erst bei einem Treffen der International Student Association (kurz ISA) vorbeizuschauen, denn es hieß, dass es dort Pizza gibt. Wohl wahr: Jede Menge Pizza. Die war leider nicht mal sonderlich gut, aber mit Ranch Dressing dazu ging es schon wieder. Noch so ein Westküsten- Ding: Ranch Dressing zur Pizza, nicht nur zum Salat. Mag am Anfang merkwürdig klingen, aber wer auch immer auf die Idee gekommen ist, das zu kombinieren, hat einen Orden verdient. Beste. Kombi. Ever. (Nach Fritten mit Eis) Nach ein paar Stücken Pizza bin ich dann mit einigen anderen aus der ISA zum Football gegangen, denn wenn Home Game Time ist werden die Raiders im Stadion supportet. Vor allem wenn die Tickets für Studenten umsonst sind 😁 Die Stimmung war auch diesmal wieder echt klasse und die Raiders haben verdient gewonnen. Nice. Nach dem Spiel bin ich heim und habe noch ein paar Hausaufgaben gemacht, aber das war es für den Samstag auch schon.
Herbstlicher Kaffeebecher für den
koffeinhaltigen Einkaufssupport :D
Am Sonntag haben mich von frühs an über den Tag verteilt immer mal meine Mädels von zuhause angerufen, denn das Jugendfestival war in vollem Gange und ich hab die Heimat tierisch vermisst. Dank WhatsApp Videoanrufen konnte ich immerhin bei einem kleinen Teil vom Festival dabei sein und sogar kurz mit einigen meiner Lieblings- Bandmenschen quatschen (Props an Ryan von Twelve24 der sich einfach kurz mit mir in den Backstage gesetzt hat zum quatschen - ist doch egal wem das Handy gehört :D) Auch meine Schwester hat mich fleißig auf dem Laufenden gehalten und so konnte ich sogar während dem Wocheneinkauf "dabei sein" - Wlan im Supermarkt ist 'ne klasse Sache :D Nachmittags, sprich mitten in der Nacht in Deutschland, hat mich auch Cindy nochmal angerufen und wir hatten noch eine Minute miteinander. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei - komme was wolle. Daran geht kein Weg vorbei und daran kann mich auch nichts hindern. Vielen Dank an euch Mädels daheim dass ihr die Stellung so klasse gehalten habt! Große Vermissung und ganz viel Liebe für euch.
Nun ja - das nächste Update kommt bestimmt. Bis dahin lassts krachen und bleibt euch wie immer treu. 💪


Mittwoch, 27. September 2017

Tag 6 - 8: School started: Kulturschock Episode 2

 Nun geht er also los, der Uni- Alltag auf der anderen Seite der Welt. Einen Monat früher als meine Study Buddies in Deutschland darf ich jetzt wieder büffeln. Aber das ist ok, denn ich stürze mich gern kopfüber in Arbeit und LIEBE Uni. Kein scheiß. Haltet mich meinetwegen für verrückt, aber da springt der Ehrgeiz in mir an und ich will, wo es geht, Bestleistungen bringen.
Der Blick vom Science Building auf die Berge um Ashland
Nach einem ordentlichen Frühstück ging um 10.30 der erste Kurs los: US Literatur nach 1865, also alles nach dem Bürgerkrieg sozusagen. Im Kurs gab es wieder jeeede Menge Infos wie das alles laufen wird und ja, ich war teils ein bisschen überrumpelt. Viel zum Lesen. Sehr viel. So viel mehr als in Deutschland. (Hallo Kulturschock Teil 2!) Dafür ist die Professorin richtig cool drauf und will prinzipiell mit Vornamen angesprochen werden. Nice. Bei der Vorstellungsrunde (von denen es in den kommenden Tagen noch so einige geben sollte) kam ich dann nicht drumrum zu sagen dass ich aus Deutschland komme und ein Auslandssemester mache. Das wurde mit allgemeinem Erstaunen aufgefasst und dann haben wir uns auch schon ins Thema gestürzt. Übergang von Romantizismus zu Realismus. Es kamen leichte Erinnerungen an Kunst in der Oberstufe hoch, aber hier geht es ja um Literatur - das Prinzip war allerdings, wie sich herausstellte, mehr oder weniger das gleiche.
Danach hatte ich eine Stunde frei und ich bin schnell nach Hause (Vorteile nur einen Katzensprung entfernt zu wohnen 😁) und habe ein schnelles Mittagessen eingeworfen. Halb 2 war dann der nächste Kurs, bei dem ich allerdings offiziell noch auf der Warteliste stand. Ich bin auf gut Glück hingegangen - ist nichts neues für mich, weil das in Deutschland leider viel zu oft genauso läuft. Das war "Maps, Cartography and Geospatial Technology" und ich wusste um ehrlich zu sein nicht zu 100% worauf ich mich da einlasse, aber ich war erstmal da. Das Thema ist auf jeden Fall grundsätzlich interessant: Daten sammeln, auswerten und dann damit Landkarten erstellen, alles im geographischen Kontext. Bringt mir auf jeden Fall was, und das Programm was wir hauptsächlich benutzen würden erschien  übersichtlich. Nach der Stunde (die eine erneute Vorstellungsrunde mit sich brachte) bin ich zum Professor gegangen um mich manuell in den Kurs einschreiben zu lassen. Alles kein Stress, und ich hatte meinen Wunschkurs. Yes! Fun Fact: Er heißt auch Jamie 😂
Nach diesem Kurs war der erste Tag dann auch schon offiziell vorbei, aber ich bin noch ins International Office, um mir eben jenen Kurs richtig anrechnen zu lassen. Daheim habe ich dann noch einige Sachen für die Uni organisiert, da ich zum Beispiel einen Kurs streichen musste um innerhalb meiner "erlaubten" Credits zu bleiben. Dafür habe ich dann noch zwei "Physical Education Activity" Classes dazu genommen, die je zweimal die Woche stattfinden. Das bedeutet: Viermal die Woche mindestens Sport!
Am Dienstag hatte ich morgens keine Classes und habe mit Cindy geskyped, denn die war zuhause auf der Schultour vom Jugendfestival, wo ich sonst auch immer mit von der Partie bin - wenn ich nicht mal wieder im Ausland und/oder beim Studieren fest sitze. Nachmittags war ich nochmal im International Office um die letzten Kurse festzumachen. Abends um 6 war dann mein erster und einziger Kurs für den Tag, Humangeographie. Auch hier gibt es jede Menge zum lesen (ihr werdet viel vom lesen hören, ich sage euch, lesen, lesen, lesen) und die Hälfte des Kurses ist online, dafür aber nur einmal die Woche Präsenzzeit.
Kurze Erklärung: Hier sind alle Classes zwei mal die Woche statt nur einmal (wie in Deutschland). Das heißt, meine Kurse sind Montags und Mittwochs gleich und Dienstags und Donnerstags. Freitag hab ich frei 😀 Das ist der Normalfall - Humangeographie ist nur einmal die Woche, der andere Teil ist dann selbständige Arbeit im Online Kurs. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig das ganze System, aber nichts worauf ich mich nicht einstellen kann.
Anyway, zurück zu Humangeo - es ist eben ein Grundlagenkurs, bei dem ich schon so einiges an Vorwissen mitbringe, aber schaden kann es allemal nicht. In Deutschland müsste ich die Vorlesung auch nochmal besuchen, deswegen mache ich das halt hier 💁
Mittwoch war dann morgens wieder Literatur, und inzwischen hatte ich auch das Buch, was wir für den Kurs brauchen. Das konnte ich glücklicherweise mieten - Der Wisch für Humangeo hat (Dank Online Zugangscode) reichlich 100$ gekostet. Ich verstehe nicht wofür, aber was solls - nützt alles nix. Für den Literaturkurs hatte ich am Vorabend noch die Texte gelesen und bin ehrlich gesagt nicht zu 100% durchgestiegen, einfach weil es sprachlich auch nochmal 'ne ganz andere Nummer ist als der Alltagsgebrauch heutzutage. Trotzdem bin ich ordentlich mitgekommen und habe auch die Passage die ich vorlesen "durfte" gut gemeistert. (The pressure is real - versuch mal 'n Gedicht was in 19th Century English verfasst ist so vorzulesen wie sich das gehört - als Deutsche, die teils nicht mal die Wörter kennt 😅🙈). Danach hatte ich eine Stunde Pause, hab mein Lunch gegessen und bin dann zum Kartographie Kurs gegangen. Der ist Mittwochs immer doppelt hart, da wir nicht nur Vorlesung haben sondern im Anschluss auch noch "Lab" - eine Übung zum entsprechenden Thema sozusagen wo wir fleißig mit dem Programm arbeiten dürfen um das es im Kurs geht. Es war echt interessant sich da reinzuarbeiten, aber nach 5h vor einem Computerbildschirm haben mir schier die Augen geblutet. Wenn das so weitergeht brauche ich nach dem Semester echt 'ne Brille 🙈 Natürlich war ich auch gemeinsam mit dem Japaner im Kurs die letzte die noch da war - die Sache mit der Sprache ist echt nicht zu verachten. Ich brauche schon bedeutend länger zum Lesen und Verstehen als die Amis. Andererseits wollte ich die Abgabe auch einfach fertig haben und nicht ewig aufschieben, deshalb hab ich das auf einen Ritt fertig gemacht und musste mir dann keine Gedanken weiter darüber machen. Nach dem Kurs hab ich mich direkt umgezogen und habe mich auf die Suche nach dem Raum begeben, wo meine Insanity Workout Class stattfinden sollte. Nach ein wenig hin und her hab ich den dann auch gefunden, und ein bisschen blauäugig und anfangs noch unbedarft habe ich mir einen Platz zwischen den anderen Leuten im Kurs gesucht. Hätte ich gewusst was mich erwartet wäre ich vermutlich geflüchtet.
Kurze Zusammenfassung: Währenddessen wollte ich erst die Kursleiterin umbringen, dann kotzen und dann sterben gehen. Es war HART. Aber lohnenswert. Mein Abendessen musste ich mir zwar reinzwingen (Kein Witz, mein Körper hat nach einem Monat ohne ernstzunehmende physische Aktivität rebelliert und mir heftige Vorwürfe gemacht) aber nichtsdestotrotz hat das Workout mein Belohnungssystem in Gang gesetzt. Fazit: Ich habe ein Commitment gemacht und ziehe das durch - komme was wolle. Lohnen wird es sich allemal 💪
Sodele, das war Teil 1 meiner ersten richtigen Uni- Woche; mehr zum Rest gibt es wie gehabt im nächsten Post!
Bis denne lassts krachen und bleibt euch wie immer treu ♡

Sonntag, 24. September 2017

Tag 1-5: Orientation Days, Freshmen Welcome, 1st American Football Game

Unser wundervolles Plakat vom
Icebreaker
Am Mittwoch, 20. September, ging es dann endlich richtig los. Morgens um 9 hieß es, auf der Matte zu stehen. Riho und ich waren pünktlich vor Ort und konnten uns schonmal so langsam mit unseren internationalen Kommilitonen verknüpfen. Nach und nach kamen immer mehr Leute dazu, und unverkennbar waren nicht nur die Asiaten, sondern auch die Deutschen. Zumindest für mich, denn ich verstehe die Sprache :D
Neben einem Icebreaker Spiel zum Kennenlernen gab es Infos ohne Ende, bezüglich Kursen, Visa, Finanziellen Angelegenheiten und allem drum und dran. Viel anderes haben wir den Vormittag über nicht gemacht. Zum Mittagessen ging es dann in den "Hawk", unsere Mensa an der Uni. Dort konnten wir uns mit einer Auswahl von Mexikanisch, Amerikanisch, Vegan, Italienisch und unfassbar vielen anderen Sachen All- you- can- eat- mäßig den Bauch vollschlagen. Food- Koma war vorprogrammiert. Nach dem Lunch haben wir im Computerraum (Lab) in der Bücherei unsere Accounts gecheckt und ein paar Dinge online abgehakt, bevor es noch ein paar letzte Infos gab und wir entlassen wurden. All die Infos galt es erstmal zu verarbeiten und den Rest des Tages habe ich entspannt verbracht.
Frühstücksbuffet - und die Amis
wundern sich warum alle
Internationals erstmal zunehmen
Der Donnerstag verlief sehr ähnlich, bis auf dass alle Internationals grob nach Programm aufgeteilt worden sind. Der Vormittag beinhaltete also noch mehr Infos, bis es fürs Lunch wieder zum Hawk ging - gleiches Spiel wie am Tag vorher.
Nachmittags waren dann wieder alle zusammen, und es gab noch mehr Infos (😩) und dann zu allem Übel auch noch ein Jeopardy Spiel, bei dem alle mitmachen mussten. Das Problem war nur, dass zu dem Zeitpunkt keiner mehr Bock hatte weil es einfach ein bisschen viel war die Tage und manchen auch noch der Jetlag in den Knochen saß. Aber nein, da wurde das eben durchgezogen. Unsere Koordinatoren sind alle mega nett, aber da haben sie eine der wichtigsten pädagogischen Regeln missachtet. Keiner war mehr aufmerksam und jeder wollte nach hause. Nachdem sich die letzte anderthalbe Stunde deshalb gezogen hat wie Kaugummi haben sie uns dann doch endlich entlassen. Nach dem Tag ist nichts weiter spannendes passiert, weil ich zu dem Zeitpunkt echt drained und grumpy war.
4 Nationen und ein Maskottchen!
Freitag verlief zum Glück entspannter. Morgens war die "Convocation" sozusagen ein Willkommen an alle neuen Studenten an der SOU. Das bedeutete, dass nicht nur die Internationals, sondern auch viele "normale" Studenten da waren: entweder als Transfer von einer anderen Uni oder eben mehr oder weniger frisch aus der Highschool jetzt an die Uni. Das war ein ordentlicher Vorgeschmack auf das Uni leben :D Die Lehrer und sonstige Angestellten standen Spalier, die Neuankömmlinge wurden abgeklatscht und mit Marching Band, Cheerleadern und jeder Menge Applaus willkommen geheißen. Auch das Maskottchen, Rocky the Raider, durfte natürlich nicht fehlen. Als jeder seinen Platz gefunden hatte (Das ganze hat im Football Stadion stattgefunden) haben etliche wichtige Menschen ihre Reden gehalten, es wurde viel Willkommen und Danke gesagt, nach knapp zwei Stunden war der Spaß vorbei. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, ein Foto mit Rocky zu machen. Das musste einfach sein :D
Go Raiders! 
Nach dem Mittagessen zuhause sind etliche der Internationals nachmittags zu einem Fußballspiel der Uni- Mannschaft gegangen. Es waren vergleichsweise wenige Zuschauer, aber Soccer ist eben in den Staaten nicht so ein Hype wie in Europa - das ist ja nichts neues. Den Abend habe ich gemütlich zuhause verbracht.
Direkt vorm Küchenfenster.
Wollten sicher beim Abwasch
helfen. 
Am Samstag war Mittags das erste American Football Game des Semesters. Da ich schon in Deutschland ein ungeahntes Interesse für Football entwickelt hatte, war es selbstverständlich, dass das sein musste. Da waren im Vergleich zum Soccer am Tag vorher richtig viele Leute und wir hatten zu tun, dass wir noch einen vernünftigen Platz gefunden haben. Entsprechend war auch die Stimmung richtig gut und der Sieg der Raiders wurde lautstark gefeiert. Eine richtig coole Erfahrung, und erst der Beginn einer ausgiebigen Football Saison. Mit dem Ende des Spiels war auch mehr oder weniger der ganze Nachmittag vorbei, schlichtweg deshalb weil beim Football nach jedem Spielzug die Uhr angehalten wird - 48 Spielminuten bedeuten da selten unter 2h tatsächliche Spielzeit. Da wir alle ziemlich gefroren haben (im Schatten war es ganz schön frisch) sind wir alle nach Hause und ich habe mir einen entspannten Abend gemacht.
Lecker Ramen! Riho approved.
Am Sonntag war dann nichts weiter los, ich war lediglich einkaufen (weil hier ja alle Läden auch Sonntags auf haben) und habe ein paar Dinge für meine Classes vorbereitet. Denn am Montag war es soweit: der Uni- Alltag beginnt! Abends war ich mit Riho und Jiyoung (aus Korea) erst Ramen essen (yum) und dann bei der Green Show. Im Sommer bis in den Spätherbst ist in Downtown Ashland von Dienstag bis Sonntag immer eine Vorstellung for free - das kann Musik sein, Theater, Dichter die ihre Sachen vortragen, einfach alles mögliche. Auf jeden Fall jede Menge Kultur und hey, wenn es umsonst ist nimmt man mit was geht! An dem Abend war ein Musiker da, der richtig schöne Akustik Mucke gemacht hat. Ein perfekter Ausklang für den Sonntag Abend!
The Green Show - feine Musik zum Sonntag abend
Wie die erste Woche Classes so lief, lest ihr im nächsten Post.
Bis dahin, lasst's krachen und bleibt euch wie immer treu. (: