Sonntag, 15. Oktober 2017

Tag 24 - 26: "Falling" for Ashland and White Water Rafting!

Japanischer Garten - sooooooo pretty!



Freitag ist bei mir der erste Tag vom Wochenende. Unifrei! ­čÖîDeshalb habe ich vormittags das sch├Âne Wetter genutzt um im Lithia Park in Ashland ein paar sch├Âne Herbstfotos zu schie├čen. Die B├Ąume hatten sich in ihre sch├Ânsten Farben gekleidet und das musste ich nat├╝rlich festhalten. Ein paar Eindr├╝cke sind im Post verteilt.

Nach dem Spaziergang mit der Kamera war ich in einem unfassbar coolen Second Hand B├╝cherladen, wo die Regale wirklich vom Boden bis unter die Decke vollgestopft waren mit allen m├Âglichen B├╝chern. Sortiert nach Genre und Autor, und man hat sich ein bisschen gef├╝hlt als w├Ąre man in einer anderen Welt. Richtig cool. Ich habe eine Weile gest├Âbert und mir dann f├╝r unfassbar wenig Geld ein Buch von Ken Follett geholt, was ich eh auf meiner Liste hatte. Damit ging es ab zu Starbucks, wo ich mir zur Feier des abgegebenen Papers einen Kaffee geholt habe und mir dann mit dem Buch einfach nur ein wenig Zeit f├╝r mich genommen habe. Es tat so gut. Starbucks hei├čt f├╝r mich Auszeit. Durchatmen. Der Effekt, wenn man sich mit dem Kaffee in der Hand hinsetzt und nicht anders kann als durchzuatmen ist unschlagbar. Den Rest des Tages hab ich auch entspannt verbracht und wirklich einfach nur gelesen, und zwar etwas das nicht Fachlekt├╝re ist. Es tat so gut. Au├čerdem habe ich gebacken, denn f├╝r abends hatte Jiyoung aus Korea Riho und mich zum essen zu sich eingeladen. Sie hatte authentisch koreanisch gekocht, das war richtig lecker und wir hatten eine super Zeit gemeinsam mit ihr und noch zwei Amerikanerinnen von der Uni die Jiyoung kannte. Danach waren wir alle pappsatt, aber es hat sich total gelohnt.
















Die Nacht auf Samstag war daf├╝r ganz und gar merkw├╝rdig, ich bin halb drei mit brennendem Hals aufgewacht weil ich von einem Vulkanausbruch getr├Ąumt hatte (Like what) und mir das tats├Ąchlich k├Ârperliche Schmerzen verursacht hat. Ich wei├č nicht was es ist aber es macht keinen Spa├č.

Der Samstag an sich war daf├╝r umso spa├čiger, denn es ging auf einen weiteren Rafting- Trip ­čśü Das Outdoor Program hatte das f├╝r wenig Geld angeboten und Cora, Alena und ich haben uns angemeldet. Dort angekommen gab es erst ein Kennenlernspiel f├╝r die Gruppe (Vertrauensbasis schaffen und so), dann haben wir Lunch gemacht und schon ging es los. Wir sind ein St├╝ck s├╝dlich nach Kalifornien reingefahren und haben dort dann kurz unser Mittagessen eingeworfen, die Boote fertig gemacht und uns in die ├╝beraus ansehnlichen Neoprenanz├╝ge gezw├Ąngt. ­čśé Ohne weiteres Federlesen ging es ab auf den Fluss, und weil ich ein Angsthase bin war ich nicht alleine in einem Kayak sondern auf dem gro├čen Schlauchboot mit ein paar anderen M├Ądels. Nichtsdestotrotz hatten wir mega viel Spa├č und sind das eine oder andere mal gut durchgesch├╝ttelt und eingeweicht worden. Ein mega spa├čiger Tag f├╝r alle Beteiligten.
Zur├╝ck in Ashland waren wir im Hawk (der Uni Mensa) essen; All you can eat Buffet nach dem Tag war eine sehr gute Entscheidung, unabh├Ąngig davon dass mir danach schlecht war. (Stichwort Foodkoma) ­čśé Cora hat Alena und mich kurzerhand noch zu sich eingeladen, und wir haben den Whirlpool angeheizt und es uns noch so richtig gut gehen lassen. Das hei├če Wasser und die Entspannung waren ein bisschen wie Himmel nach dem Tag im kalten Fluss :D Ein paar Bier sp├Ąter sind Alena und ich nach hause gegangen und ich bin ersch├Âpft aber gl├╝cklich ins Bett gefallen.
Lernen mit Stil
Am Sonntag stand dann nichts als die ├╝bliche Besch├Ąftigung an: Einkaufen, Meal prep, mit den Leuten zuhause kommunizieren, lernen. Ein ruhiges Ende f├╝r ein Klasse Wochenende.
Was in der Woche danach so ging, erfahrt ihr im n├Ąchsten Post. Bis dahin, lasst's krachen und bleibt euch treu. ♡

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Tag 20 - 23: "Mein Hirn kann kein Englisch mehr"


Pretty Skies in Ashland!
Das Semester kommt so langsam in Schwung - und damit auch das Arbeitstempo wenn es um die Abgabetermine geht. Am Wochenende hatten wir die Aufgabenstellung f├╝r mein erstes "Paper" (ist am Ende nichts weiter als ein Aufsatz zu einem bestimmten Thema) in Literatur bekommen. Da es dabei um nichts als Textanalyse ging (dass mir der Deutsch Leistungskurs irgendwann mal noch was bringt h├Ątte ich auch im Leben nicht gedacht) habe ich mir insgesamt keine allzu gro├čen Stress weiter gemacht - da allerdings einen Ansatz zu finden hat eine kleine Schwierigkeit dargestellt. Nach Literatur war ich kurz mit Cora und Alena essen und bin dann zum Science Building gedackelt, weil wieder Kartographie auf dem Stundenplan stand. Mit gro├čen Erstaunen durfte ich feststellen dass ich auf das erste Lab souver├Ąn volle Punktzahl abger├Ąumt hatte und damit besser war als der Japaner, der neben mir sa├č. Das war ein kurzer Moment Best├Ątigung, bevor ich mich nicht mehr auf den Rest konzentrieren konnte. Mein Hirn ist in letzter Zeit ├╝berall und nirgendwo. Hallo Kulturschock! Zwischen Kartographie und Insanity war ich dann in der Bibliothek und habe versucht, mit dem Position Paper f├╝r Literatur anzufangen. Einen konkreten Ansatz hatte ich da zwar noch nicht, aber eine grobe Ahnung von dem eventuellen Ger├╝st wie das Paper aussehen k├Ânnte. Beim Sport konnte ich dann gl├╝cklicherweise gut abschalten und hab mich darauf konzentriert nicht im eigenen Schwei├č auszurutschen (eklig aber let's be real, an Insanity ist nichts pretty). Daheim war dann schnell Abendessen und noch ein bisschen Uni vorbereiten angesagt, aber alt bin ich an dem Abend nicht mehr geworden.
Kein Kommentar. (Ich sag ja nix
pretty)
Dienstag morgen war wieder Yoga, und holla die Waldfee, war das eine gute Yogastunde. Ich bin m├Ąchtig ins Schwitzen geraten, aber so tiefenentspannt wie ich mich danach gef├╝hlt hab, das gab es lang nicht mehr. Der Tatsache, dass ich mich danach in die Bib setzen musste um an meinem Englisch Paper zu arbeiten war das zwar nicht zutr├Ąglich, weil ich mehr als einmal fast eingeschlafen w├Ąre (der Entspannungsfaktor war real ich sags euch), zwischenzeitlich musste ich meinem Lieblingskommilitonen zuhause seelischen Beistand leisten, woraufhin ich wieder wach war (Ach Sam... Gr├╝├če nach Ludwigsburg! :D) und bei meinem Paper zum Gl├╝ck auch ein St├╝ck vorangekommen bin. Nach der selbstverordneten Mittagspause (Ich hatte keine Class sondern reintheoretisch frei) habe ich kurz im Writing Center vorbeigeschaut, um mir f├╝r besagtes Paper ein bisschen Feedback und Hilfe zu holen. Die Lesen da praktisch einmal deinen Aufsatz durch und geben Tipps zur Formulierung etc. Und f├╝r mich als nicht- muttersprachler war das echt praktisch. Au├čerdem sind die Zitierrichtlinien in den Staaten anders als in Deutschland, und da durchzusteigen ist nicht das einfachste. Der Termin im Writing Center hat aber echt geholfen und mein da noch viel zu langer Paragraph wurde gut auf das Wesentliche eingedampft. (Jeder der das hier lie├čt kennt meine Neigung zur Wortakrobatik. Sorry not sorry :D) Danach war ich arbeiten, aber da mal wieder maximal eine Person zum Deutsch sprechen da war habe ich nebenher Hausaufgaben gemacht. Nach den zwei Stunden im Language Lab hatte ich dann noch eine Stunde Zeit bis Humangeo angefangen hat, die ich auch zum Lesen genutzt habe. Auf dem Weg zur Class standen mir dann erstmal ein Haufen Rehe im Weg. Die haben mich geflissentlich ignoriert, und eigentlich sollte ich auch nicht mehr ├╝berrascht sein. Die Viecher sind ├╝berall :D Humangeo hab ich mehr oder weniger ├╝ber mich ergehen lassen (Late night classes nerven) und zuhause dann nur noch ein paar Sachen f├╝r die Uni vorbereitet.
Drei Tage sch├Ânes warmes Wetter
und Zack, ├╝berall Waldbrandrauch.
Ach Oregon...
Die Nacht war mal wieder gezeichnet von merkw├╝rdigen Tr├Ąumen und schlechtem Schlaf, nicht so cool. Mittwoch war erst wieder Literatur und dann Kartographie dran, und in beiden Classes h├Ątte ich zwar Dinge zur Diskussion beitragen k├Ânnen, aber eben nur auf deutsch. Mein Hirn wollte kein Englisch mehr verarbeiten. Ich verstehe mein Hirn, ich h├Ątte auch keine Lust an seiner Stelle Tag und Nacht in einer Fremdsprache zu denken, auf akademischen Level. Das hat das Paper nicht unbedingt einfacher gemacht, aber darum habe ich mich erst wieder am Donnerstag nach Yoga gek├╝mmert. Gleiches Spiel wie am Dienstag, und obwohl ich dann mit dem letzten geschriebenen Satz und fertiger Formatierung intellektuell ausgelaugt war, ich hatte es fertig und habe es vor der Arbeit gleich noch abgegeben. Puh. In dem Moment war ich nur froh, dass ich es los war.
Die Tage habe ich mehr oder weniger komplett an der Uni verbracht, deswegen konnte ich das Wochenende kaum erwarten. Was da so ging, lest ihr im n├Ąchsten Post.
Bis dahin, lassts krachen und bleibt euch wie immer treu ♡

Sonntag, 8. Oktober 2017

Tag 17 - 19: "First Friday" und Indianer mit Loopmaschine

Prost Riho!
Kurzer Nachtrag zum Thema Schlaf vorab: Ich wei├č nicht was genau mein Unterbewusstsein dazu veranlasst solchen Bl├Âdsinn zusammenzuspinnen aber in letzter Zeit tr├Ąume ich so derma├čenen Unfug, dass ich gut und gerne mal nachts davon aufwache. Uncool, und leider auch in der Nacht auf Freitag der Fall gewesen. Und dann auch nicht nur kurz, sondern gleich mal richtig wach f├╝r ne halbe Stunde. Hoffe das gibt sich bald wieder.
Freitag vormittag war bei mir sonst nichts weiter los, ich hab nur einige Dinge f├╝r die Uni erledigt, denn Hausaufgaben gibt es hier immer genug. Da bin ich zum Gl├╝ck ganz gut voran gekommen und konnte nachmittags zum "Social" des Outdoor Program gehen. Sozusagen einfach nur ein zwangloser Treff f├╝r alle die sich f├╝r Outdoor Aktivit├Ąten interessieren. Es gab essen for free, und da sagt man ja nicht nein. Riho war auch da und wir haben eine Weile gem├╝tlich mit da rumgesessen, die Slackline unsicher gemacht, den anderen beim Frisbee spielen zugeschaut und den einen oder anderen Happen gegessen.
Danach sind Riho und ich weiter nach Downtown Ashland gezogen um uns die Green Show anzuschauen. An dem Tag war eine Impro- Theatergruppe da und das war echt richtig witzig. Zitat: "Make haste! And then Whiskey!" ­čśé Die haben sozusagen aus drei zuf├Ąllig vom Publikum vorgeschlagenen W├Ârtern ein Theaterst├╝ck im Stil von Shakespeare gemacht - 5 Akte und alles drum und dran. Echt gut und wir hatten jede Menge Spa├č! Nach der Show wollten wir beide noch nicht so richtig nach Hause, da kam es wie gerufen, dass "First Friday" in Ashland war. Jeder erste Freitag im Monat bedeutet da jede Menge Live Musik, g├╝nstige Drinks und Kultur f├╝r alle. Das haben wir uns nicht entgehen lassen und sind in eine Bar gegangen, wo nicht nur eine recht gute Band gespielt hat, sondern wir uns auch ein bisschen durch die Braukultur Oregons probiert haben. Hach ja - 21 sein ist was feines :D
Den Samstag hab ich dann zuhause verbracht und mich mit meinen Uni Assignments befasst. Wie gesagt - Lesen darf ich hier genug.
Ja - der Indianer hat gerappt. Mit
einer Loopmaschine :D
Sonntag fr├╝h hab ich denn erst mit Andela telefoniert (Gr├╝├če nach Kopenhagen!), gegen Mittag war ich einkaufen, hab nachmittags mein Mittagessen f├╝r die Woche vorbereitet und nebenher mit Sophia telefoniert (Gr├╝├če nach North Carolina!), bevor ich dann abends nach Downtown zur Greenshow gegangen bin. Der Indigenous People's Day stand bevor - auch bekannt als Columbus Day, aber weil es einige Leute nicht so cool finden einen Eroberer zu feiern der nicht besonders nett zu den Indianern war wurde der Tag in einigen Teilen der USA umbenannt und jetzt werden da eben die Natives gefeiert. So auch in Ashland, und weil es in dem Landstrich hier etliche Indianerst├Ąmme gibt waren die da involviert und haben traditionelle Lieder und T├Ąnze performt. Einer der Indianer war in voller Festmontur da, mit Federn und allem drum und dran, und der hat nicht nur traditionell getanzt und gesungen, sondern auch gerappt und live Beats mit seiner Loopmaschine gebastelt. Jetzt hab ich glaub' ich echt alles gesehen :D Es war auf jeden Fall echt interessant sich das ganze anzuschauen und ein bisschen was ├╝ber die Kultur zu lernen. Nach der Green Show bin ich dann nur noch heim, habe ein bisschen mehr gelesen (what else) und schon war das Wochenende auch vorbei.
Die Woche die ziemlich beknackt angefangen hat hat damit noch ein gutes Ende gefunden und ich konnte erfrischt in den neuen Montag starten.
Was da so ging lest ihr im n├Ąchsten Post. Bis dahin, lasst's krachen und bleibt euch wie immer treu ♡




Donnerstag, 5. Oktober 2017

Tag 13 - 16: Heimweh l├Ąsst gr├╝├čen

Oh deer! L├Ąuft bei denen... Am
helllichten Tag mitten auf'm
Parkplatz :D
Die ├ťberschrift sagt eigentlich schon alles - richtig uncool wie die Woche angefangen hat.
Montag morgen war ich eigentlich richtig gut drauf. Gut gelaunt ging es zum Literaturkurs und danach beim Lunch habe ich wieder zuf├Ąllig Cora getroffen, mit der ich schon in der Woche davor kurz gequatscht hatte. Sie ist auch aus Deutschland und geh├Ârt zu einer der zwei gr├Â├čeren "Gruppen" die aus Deutschland hier sind. Ihr hatte ich in der vergangenen Woche meine Nummer gegeben, dass sie mich zu der Whatsapp Gruppe einladen konnte, weil ich mich gern mit den anderen Germans verkn├╝pfen wollte - kann ja nicht schaden. Jedenfalls, ich hatte bis dahin nichts wieder geh├Ârt, aber wir sind alle mit Hausaufgaben besch├Ąftigt und ich vergesse auch mal etwas, no big deal also. Zumindest bis Cora mir erz├Ąhlt hat dass sie wohl meine Nummer rumgeschickt hatte, aber einige der anderen Teilnehmer kein sonderbares Interesse daran hatten mich dort aufzunehmen, um es mal nett auszudr├╝cken. Wohlgemerkt hatte keiner der betreffenden Personen bisher auch nur ein Wort mit mir gesprochen, weshalb ich schon ein bisschen (sehr hart) vor den Kopf gesto├čen war. Eine total beknackte Geschichte und Situation, die ich absolut nicht verstanden habe. People suck. Aber ein bisschen Konnektivit├Ąt und H├Âflichkeit kann man doch erwarten wenn man mehr oder weniger in der gleichen Situation steckt wie alle anderen, oder? In dem Moment kam dann die ganze Ladung Heimweh, die sich ├╝bers Wochenende noch aufgestaut hatte, auf mich eingeprasselt - und das ziemlich erbarmungslos. Vor Kartographie hab ich mich schonmal per Sprachnachricht bei Sam ausgekotzt, der mich zum Gl├╝ck direkt so gut es ging wieder aufgebaut hat. Und deswegen bis sonstwann mitten in der Nacht wach geblieben ist ­čÖł In dem Moment wollte ich echt nichts weiter als eine Umarmung von meinem besten Freund/besten Freundin/Schwester/Eltern/sonstigem Familienmitglied. Nachdem ich mich durch Kartographie gequ├Ąlt hatte bin ich dann erstmal heim und hab mich in mein Zimmer verzogen. Eigentlich sollte mir sowas ja egal sein, aber in dem Moment war es einfach ein bisschen viel und ich kam mir schlichtweg verarscht vor. Als n├Ąchstes hab ich mich bei Angie (studiert mit mir in Deutschland und ist gerade zum Auslandssemester in D├Ąnemark) ausgekotzt, die mich auch wieder aufgebaut hat. Der emotionale Support war auf jeden Fall da - Danke Leute!
Insanity got me like...
Das Insanity Workout abends hat dann umso mehr geholfen die ganze Aggressionen abzubauen und danach ging es mir schon bedeutend besser. Meine Schwester war dann zuf├Ąllig auch extrem zeitig wach und ich konnte noch kurz mit ihr quatschen w├Ąhrend ich mir Abendessen gemacht hab. Puh. Der Tag hatte mich ziemlich mitgenommen.
Dienstag fr├╝h stand wieder Yoga auf dem Plan, das hat auch nochmal geholfen den ganzen Mist vom Vortag zu ├╝berwinden. In Deutschland war Tag der Deutschen Einheit, f├╝r mich stand normal Uni auf dem Plan. Da ich aber nur Abends Humangeo hatte blieb den Tag ├╝ber gen├╝gend Zeit um nochmal mit Cindy zu quatschen, was auch sehr dringend n├Âtig war, vor allem weil wir w├Ąhrend dem Wochenende nicht viel Zeit miteinander hatten und ich diesen beknackten Montag ├╝berwinden musste. Leider war das Internet dank unserer Holzleitung zuhause im Erzgebirge ziemlich d├╝rftig, aber es hat gereicht um die wichtigen Sachen zu kommunizieren und das ist das wichtigste. Geholfen hat es allemal. Die Zeit bis zur Humangeo Vorlesung habe ich dann damit verbracht genau jene vorzubereiten: Kapitel lesen, online Quiz abarbeiten usw. Die Vorlesung selber war dann ganz ok, auch wenn ich die Dozentin auf eine merkw├╝rdige Art und Weise anstrengend finde. Sie redet ziemlich viel ohne tats├Ąchlich etwas zu sagen und verzettelt sich in ihren eigenen Ausf├╝hrungen. F├╝r etwas was in zwei S├Ątzen gesagt werden k├Ânnte braucht sie sozusagen 20. Aber gut, f├╝r den einen Term halt ich es aus. Sie ist an sich trotzdem eine sehr interessante Pers├Ânlichkeit.
Mittagspause und gutes Wetter zum
Lesen nutzen - was sonst :P
Mittwoch war dann wieder Literatur angesagt, danach habe ich mich zum Lunch mit Cora und Alena (noch eine deutsche) getroffen und wir haben uns f├╝r eine Weile auf die Wiese gechillt - das Wetter hat es hergegeben. Kartographie danach lief ganz gut, vor allem weil mir die 100%- Bewertung vom ersten Lab aus der letzten Woche ordentlich Auftrieb gegeben hat. Auch diese Woche mussten wir wieder eines abgeben und das bedeutete viiiieeel Zeit vorm Computer. Da hat Insanity im Anschluss als Abschluss f├╝r den Tag richtig gut getan.
Donnerstag fr├╝h war dann wieder Yoga Class. Danach war ich ziemlich tiefenentspannt und habe "aus versehen" zweieinhalb Stunden Mittagsschlaf gemacht.
Fun Fact: Mein Hirn verarbeitet neue Eindr├╝cke sprichw├Ârtlich im Schlaf. Das hei├čt, wenn ich irgendwo reise, viele neue Sachen auf einmal sehe und dann noch den ganzen Tag in einer "fremden" Sprache denken, sprechen und arbeiten muss, schlafe ich in der Minute ein, wo ich zur Ruhe komme. Autofahrten und w├Ąhrend dem Lesen sind da ganz klassische Beispiele. Gib mir f├╝nf Minuten und ich bin voll weggeratzt.
Anyway - der Mittagsschlaf hat gut getan (und war anscheinen n├Âtig), Nachmittags war ich nur noch ein paar wenige Sachen einkaufen und habe sonst nichts weiter gemacht.
So nach und nach pendeln sich die Dinge hier ein; und der Heimweh-Schub war auch durch, dank der riesen Unterst├╝tzung von zuhause. Danke dass ich mich auf euch verlassen kann!
Wie die ganze Geschichte weitergeht lest ihr im n├Ąchsten Post. Bis dahin, lasst's krachen und bleibt euch wie immer treu ♡



Sonntag, 1. Oktober 2017

Tag 9 - 12: "Rugby, Cheerleading oder beides?" und Bier zum Fr├╝hst├╝ck

Wie Sie sehen, sehen Sie mal
wieder nichts - Danke Waldbrand!
Am Donnerstag morgen war ich ├╝berrascht, dass ich mich fast ohne Muskelkater bewegen konnte, nach dem sprichw├Ârtlich wahnsinnigen Insanity Kurs vom Vortag. Perfekte Voraussetzungen also, um nach dem Fr├╝hst├╝ck gut gest├Ąrkt zum Yoga zu gehen. Das war auch echt ein guter Kurs und ich freue mich tats├Ąchlich drauf den Kurs durchzuziehen. Direkt im Anschluss war ich bei der "Involvement Fair" - Eine Art Messe f├╝r die ganzen Freizeitangebote die es an der SOU so gibt. Da konnte man sich in diverse Email Listen eintragen, je nachdem woran man eben interessiert war. Dabei ist mir das Outdoor Program (Ski fahren, surfen, White Water Rafting, Wandern, Backpacking etc.) ins Auge gesprungen, da habe ich mich direkt mal eingetragen, au├čerdem auch bei Rugby (den Versuch ist es wert) und bei Cheerleading (Sorry not sorry - es w├Ąre schon witzig das auszuprobieren! Reizt mich tats├Ąchlich) und dem Sustainability Club, den ├ľkos sozusagen. Insgesamt eine coole Sache um sich einen ├ťberblick zu verschaffen. W├Ąhrend ich noch an der Uni rumsa├č kam Lukas, ein anderer Austauschstudent aus Deutschland zuf├Ąllig vorbei und hat sich einfach dazugesetzt. Kurz darauf kam auch noch Cora dazu (auch aus Deutschland) und wir haben uns einfach ein bisschen ausgetauscht ├╝ber die Situation und wie alles so l├Ąuft. Ich hab Cora noch meine Nummer gegeben - die Connection kann schlie├člich nicht schaden. Den Nachmittag habe ich zuhause verbracht, denn es gab das ein oder andere Assignment (Hausaufgabe) zu bearbeiten. Au├čerdem habe ich noch ein paar Sachen besorgt, unter anderem Bier, denn Sam und ich hatten viel zu lang keine "Bier und quatschen Bro time" Episode mehr, das war dann f├╝rs Wochenende angesagt.
Rugby Practice geht scharf!
By the way: Nach drei Tagen wunderbar warmem Wetter war leider auch die Waldbrandsituation ein wenig versch├Ąrft und die Luft war nicht ganz so super.
Am Freitag war vormittags ein Workshop wegen meinem Job im Language Lab, wo wir die ganzen Dinge mit Steuern, Lohnabrechnung und so weiter gekl├Ąrt haben. Es hatte auch ├╝ber Nacht geregnet, sodass sich der Rauch wieder ein bisschen gelegt hatte. Der Workshop Spa├č hat dann auch locker bis zum Mittag gedauert, aber immerhin war der Papierkram damit vorerst erledigt. Nachmittags war dann Schnuppertraining beim Rugby angesagt. Jeanne, eine andere International aus Frankreich die morgens schon mit mir beim Job- Preparation- Workshop war, war auch mit da und sp├Ąter kam auch Zara aus Indien noch dazu. Im Training ging es dann erstmal um die Basics, und an sich find ich Rugby ziemlich interessant. Wenn die Trainingszeiten passen kann es gut sein dass ich mich da mit einbringe! Den Abend ├╝ber habe ich nicht sonderlich viel gemacht, mein ├╝berm├Ą├čiger Koffeinkonsum ├╝ber den Tag hat mich leider des Schlafes beraubt (ich lern es einfach nie) - irgendwann gegen Mitternacht hab ich mich dann allerdings gezwungen die Augen zuzumachen.
"Kein Bier vor 4" - in Deutschland
war es Abends, z├Ąhlt also 
Samstag morgen war dann erst Fr├╝hst├╝ck und dann skypen mit Sam angesagt. Das hat zwar bedeutet dass ich fr├╝hs halb elf das erste Bier aufgemacht hab, aber was tut man nicht alles im Namen der Freundschaft. Au├čerdem war es nur ein (unfassbar ├╝berteuertes) Sch├Âfferhofer Grapefruit (Deutschland Import l├Ąsst gr├╝├čen!) sodass es nicht so schlimm war. Und irgendwo auf der Welt ist es immer nach 4, von dem her passt das schon das eine mal. ­čśů Nachdem wir eine Weile gequatscht hatten (was echt gut getan hat - Danke Sam!) hab ich mich dann aufgemacht um erst bei einem Treffen der International Student Association (kurz ISA) vorbeizuschauen, denn es hie├č, dass es dort Pizza gibt. Wohl wahr: Jede Menge Pizza. Die war leider nicht mal sonderlich gut, aber mit Ranch Dressing dazu ging es schon wieder. Noch so ein Westk├╝sten- Ding: Ranch Dressing zur Pizza, nicht nur zum Salat. Mag am Anfang merkw├╝rdig klingen, aber wer auch immer auf die Idee gekommen ist, das zu kombinieren, hat einen Orden verdient. Beste. Kombi. Ever. (Nach Fritten mit Eis) Nach ein paar St├╝cken Pizza bin ich dann mit einigen anderen aus der ISA zum Football gegangen, denn wenn Home Game Time ist werden die Raiders im Stadion supportet. Vor allem wenn die Tickets f├╝r Studenten umsonst sind ­čśü Die Stimmung war auch diesmal wieder echt klasse und die Raiders haben verdient gewonnen. Nice. Nach dem Spiel bin ich heim und habe noch ein paar Hausaufgaben gemacht, aber das war es f├╝r den Samstag auch schon.
Herbstlicher Kaffeebecher f├╝r den
koffeinhaltigen Einkaufssupport :D
Am Sonntag haben mich von fr├╝hs an ├╝ber den Tag verteilt immer mal meine M├Ądels von zuhause angerufen, denn das Jugendfestival war in vollem Gange und ich hab die Heimat tierisch vermisst. Dank WhatsApp Videoanrufen konnte ich immerhin bei einem kleinen Teil vom Festival dabei sein und sogar kurz mit einigen meiner Lieblings- Bandmenschen quatschen (Props an Ryan von Twelve24 der sich einfach kurz mit mir in den Backstage gesetzt hat zum quatschen - ist doch egal wem das Handy geh├Ârt :D) Auch meine Schwester hat mich flei├čig auf dem Laufenden gehalten und so konnte ich sogar w├Ąhrend dem Wocheneinkauf "dabei sein" - Wlan im Supermarkt ist 'ne klasse Sache :D Nachmittags, sprich mitten in der Nacht in Deutschland, hat mich auch Cindy nochmal angerufen und wir hatten noch eine Minute miteinander. N├Ąchstes Jahr bin ich wieder dabei - komme was wolle. Daran geht kein Weg vorbei und daran kann mich auch nichts hindern. Vielen Dank an euch M├Ądels daheim dass ihr die Stellung so klasse gehalten habt! Gro├če Vermissung und ganz viel Liebe f├╝r euch.
Nun ja - das n├Ąchste Update kommt bestimmt. Bis dahin lassts krachen und bleibt euch wie immer treu. ­čĺ¬


Mittwoch, 27. September 2017

Tag 6 - 8: School started: Kulturschock Episode 2

 Nun geht er also los, der Uni- Alltag auf der anderen Seite der Welt. Einen Monat fr├╝her als meine Study Buddies in Deutschland darf ich jetzt wieder b├╝ffeln. Aber das ist ok, denn ich st├╝rze mich gern kopf├╝ber in Arbeit und LIEBE Uni. Kein schei├č. Haltet mich meinetwegen f├╝r verr├╝ckt, aber da springt der Ehrgeiz in mir an und ich will, wo es geht, Bestleistungen bringen.
Der Blick vom Science Building auf die Berge um Ashland
Nach einem ordentlichen Fr├╝hst├╝ck ging um 10.30 der erste Kurs los: US Literatur nach 1865, also alles nach dem B├╝rgerkrieg sozusagen. Im Kurs gab es wieder jeeede Menge Infos wie das alles laufen wird und ja, ich war teils ein bisschen ├╝berrumpelt. Viel zum Lesen. Sehr viel. So viel mehr als in Deutschland. (Hallo Kulturschock Teil 2!) Daf├╝r ist die Professorin richtig cool drauf und will prinzipiell mit Vornamen angesprochen werden. Nice. Bei der Vorstellungsrunde (von denen es in den kommenden Tagen noch so einige geben sollte) kam ich dann nicht drumrum zu sagen dass ich aus Deutschland komme und ein Auslandssemester mache. Das wurde mit allgemeinem Erstaunen aufgefasst und dann haben wir uns auch schon ins Thema gest├╝rzt. ├ťbergang von Romantizismus zu Realismus. Es kamen leichte Erinnerungen an Kunst in der Oberstufe hoch, aber hier geht es ja um Literatur - das Prinzip war allerdings, wie sich herausstellte, mehr oder weniger das gleiche.
Danach hatte ich eine Stunde frei und ich bin schnell nach Hause (Vorteile nur einen Katzensprung entfernt zu wohnen ­čśü) und habe ein schnelles Mittagessen eingeworfen. Halb 2 war dann der n├Ąchste Kurs, bei dem ich allerdings offiziell noch auf der Warteliste stand. Ich bin auf gut Gl├╝ck hingegangen - ist nichts neues f├╝r mich, weil das in Deutschland leider viel zu oft genauso l├Ąuft. Das war "Maps, Cartography and Geospatial Technology" und ich wusste um ehrlich zu sein nicht zu 100% worauf ich mich da einlasse, aber ich war erstmal da. Das Thema ist auf jeden Fall grunds├Ątzlich interessant: Daten sammeln, auswerten und dann damit Landkarten erstellen, alles im geographischen Kontext. Bringt mir auf jeden Fall was, und das Programm was wir haupts├Ąchlich benutzen w├╝rden erschien  ├╝bersichtlich. Nach der Stunde (die eine erneute Vorstellungsrunde mit sich brachte) bin ich zum Professor gegangen um mich manuell in den Kurs einschreiben zu lassen. Alles kein Stress, und ich hatte meinen Wunschkurs. Yes! Fun Fact: Er hei├čt auch Jamie ­čśé
Nach diesem Kurs war der erste Tag dann auch schon offiziell vorbei, aber ich bin noch ins International Office, um mir eben jenen Kurs richtig anrechnen zu lassen. Daheim habe ich dann noch einige Sachen f├╝r die Uni organisiert, da ich zum Beispiel einen Kurs streichen musste um innerhalb meiner "erlaubten" Credits zu bleiben. Daf├╝r habe ich dann noch zwei "Physical Education Activity" Classes dazu genommen, die je zweimal die Woche stattfinden. Das bedeutet: Viermal die Woche mindestens Sport!
Am Dienstag hatte ich morgens keine Classes und habe mit Cindy geskyped, denn die war zuhause auf der Schultour vom Jugendfestival, wo ich sonst auch immer mit von der Partie bin - wenn ich nicht mal wieder im Ausland und/oder beim Studieren fest sitze. Nachmittags war ich nochmal im International Office um die letzten Kurse festzumachen. Abends um 6 war dann mein erster und einziger Kurs f├╝r den Tag, Humangeographie. Auch hier gibt es jede Menge zum lesen (ihr werdet viel vom lesen h├Âren, ich sage euch, lesen, lesen, lesen) und die H├Ąlfte des Kurses ist online, daf├╝r aber nur einmal die Woche Pr├Ąsenzzeit.
Kurze Erkl├Ąrung: Hier sind alle Classes zwei mal die Woche statt nur einmal (wie in Deutschland). Das hei├čt, meine Kurse sind Montags und Mittwochs gleich und Dienstags und Donnerstags. Freitag hab ich frei ­čśÇ Das ist der Normalfall - Humangeographie ist nur einmal die Woche, der andere Teil ist dann selbst├Ąndige Arbeit im Online Kurs. Ein bisschen gew├Âhnungsbed├╝rftig das ganze System, aber nichts worauf ich mich nicht einstellen kann.
Anyway, zur├╝ck zu Humangeo - es ist eben ein Grundlagenkurs, bei dem ich schon so einiges an Vorwissen mitbringe, aber schaden kann es allemal nicht. In Deutschland m├╝sste ich die Vorlesung auch nochmal besuchen, deswegen mache ich das halt hier ­čĺü
Mittwoch war dann morgens wieder Literatur, und inzwischen hatte ich auch das Buch, was wir f├╝r den Kurs brauchen. Das konnte ich gl├╝cklicherweise mieten - Der Wisch f├╝r Humangeo hat (Dank Online Zugangscode) reichlich 100$ gekostet. Ich verstehe nicht wof├╝r, aber was solls - n├╝tzt alles nix. F├╝r den Literaturkurs hatte ich am Vorabend noch die Texte gelesen und bin ehrlich gesagt nicht zu 100% durchgestiegen, einfach weil es sprachlich auch nochmal 'ne ganz andere Nummer ist als der Alltagsgebrauch heutzutage. Trotzdem bin ich ordentlich mitgekommen und habe auch die Passage die ich vorlesen "durfte" gut gemeistert. (The pressure is real - versuch mal 'n Gedicht was in 19th Century English verfasst ist so vorzulesen wie sich das geh├Ârt - als Deutsche, die teils nicht mal die W├Ârter kennt ­čśů­čÖł). Danach hatte ich eine Stunde Pause, hab mein Lunch gegessen und bin dann zum Kartographie Kurs gegangen. Der ist Mittwochs immer doppelt hart, da wir nicht nur Vorlesung haben sondern im Anschluss auch noch "Lab" - eine ├ťbung zum entsprechenden Thema sozusagen wo wir flei├čig mit dem Programm arbeiten d├╝rfen um das es im Kurs geht. Es war echt interessant sich da reinzuarbeiten, aber nach 5h vor einem Computerbildschirm haben mir schier die Augen geblutet. Wenn das so weitergeht brauche ich nach dem Semester echt 'ne Brille ­čÖł Nat├╝rlich war ich auch gemeinsam mit dem Japaner im Kurs die letzte die noch da war - die Sache mit der Sprache ist echt nicht zu verachten. Ich brauche schon bedeutend l├Ąnger zum Lesen und Verstehen als die Amis. Andererseits wollte ich die Abgabe auch einfach fertig haben und nicht ewig aufschieben, deshalb hab ich das auf einen Ritt fertig gemacht und musste mir dann keine Gedanken weiter dar├╝ber machen. Nach dem Kurs hab ich mich direkt umgezogen und habe mich auf die Suche nach dem Raum begeben, wo meine Insanity Workout Class stattfinden sollte. Nach ein wenig hin und her hab ich den dann auch gefunden, und ein bisschen blau├Ąugig und anfangs noch unbedarft habe ich mir einen Platz zwischen den anderen Leuten im Kurs gesucht. H├Ątte ich gewusst was mich erwartet w├Ąre ich vermutlich gefl├╝chtet.
Kurze Zusammenfassung: W├Ąhrenddessen wollte ich erst die Kursleiterin umbringen, dann kotzen und dann sterben gehen. Es war HART. Aber lohnenswert. Mein Abendessen musste ich mir zwar reinzwingen (Kein Witz, mein K├Ârper hat nach einem Monat ohne ernstzunehmende physische Aktivit├Ąt rebelliert und mir heftige Vorw├╝rfe gemacht) aber nichtsdestotrotz hat das Workout mein Belohnungssystem in Gang gesetzt. Fazit: Ich habe ein Commitment gemacht und ziehe das durch - komme was wolle. Lohnen wird es sich allemal ­čĺ¬
Sodele, das war Teil 1 meiner ersten richtigen Uni- Woche; mehr zum Rest gibt es wie gehabt im n├Ąchsten Post!
Bis denne lassts krachen und bleibt euch wie immer treu ♡

Sonntag, 24. September 2017

Tag 1-5: Orientation Days, Freshmen Welcome, 1st American Football Game

Unser wundervolles Plakat vom
Icebreaker
Am Mittwoch, 20. September, ging es dann endlich richtig los. Morgens um 9 hie├č es, auf der Matte zu stehen. Riho und ich waren p├╝nktlich vor Ort und konnten uns schonmal so langsam mit unseren internationalen Kommilitonen verkn├╝pfen. Nach und nach kamen immer mehr Leute dazu, und unverkennbar waren nicht nur die Asiaten, sondern auch die Deutschen. Zumindest f├╝r mich, denn ich verstehe die Sprache :D
Neben einem Icebreaker Spiel zum Kennenlernen gab es Infos ohne Ende, bez├╝glich Kursen, Visa, Finanziellen Angelegenheiten und allem drum und dran. Viel anderes haben wir den Vormittag ├╝ber nicht gemacht. Zum Mittagessen ging es dann in den "Hawk", unsere Mensa an der Uni. Dort konnten wir uns mit einer Auswahl von Mexikanisch, Amerikanisch, Vegan, Italienisch und unfassbar vielen anderen Sachen All- you- can- eat- m├Ą├čig den Bauch vollschlagen. Food- Koma war vorprogrammiert. Nach dem Lunch haben wir im Computerraum (Lab) in der B├╝cherei unsere Accounts gecheckt und ein paar Dinge online abgehakt, bevor es noch ein paar letzte Infos gab und wir entlassen wurden. All die Infos galt es erstmal zu verarbeiten und den Rest des Tages habe ich entspannt verbracht.
Fr├╝hst├╝cksbuffet - und die Amis
wundern sich warum alle
Internationals erstmal zunehmen
Der Donnerstag verlief sehr ├Ąhnlich, bis auf dass alle Internationals grob nach Programm aufgeteilt worden sind. Der Vormittag beinhaltete also noch mehr Infos, bis es f├╝rs Lunch wieder zum Hawk ging - gleiches Spiel wie am Tag vorher.
Nachmittags waren dann wieder alle zusammen, und es gab noch mehr Infos (­čśę) und dann zu allem ├ťbel auch noch ein Jeopardy Spiel, bei dem alle mitmachen mussten. Das Problem war nur, dass zu dem Zeitpunkt keiner mehr Bock hatte weil es einfach ein bisschen viel war die Tage und manchen auch noch der Jetlag in den Knochen sa├č. Aber nein, da wurde das eben durchgezogen. Unsere Koordinatoren sind alle mega nett, aber da haben sie eine der wichtigsten p├Ądagogischen Regeln missachtet. Keiner war mehr aufmerksam und jeder wollte nach hause. Nachdem sich die letzte anderthalbe Stunde deshalb gezogen hat wie Kaugummi haben sie uns dann doch endlich entlassen. Nach dem Tag ist nichts weiter spannendes passiert, weil ich zu dem Zeitpunkt echt drained und grumpy war.
4 Nationen und ein Maskottchen!
Freitag verlief zum Gl├╝ck entspannter. Morgens war die "Convocation" sozusagen ein Willkommen an alle neuen Studenten an der SOU. Das bedeutete, dass nicht nur die Internationals, sondern auch viele "normale" Studenten da waren: entweder als Transfer von einer anderen Uni oder eben mehr oder weniger frisch aus der Highschool jetzt an die Uni. Das war ein ordentlicher Vorgeschmack auf das Uni leben :D Die Lehrer und sonstige Angestellten standen Spalier, die Neuank├Âmmlinge wurden abgeklatscht und mit Marching Band, Cheerleadern und jeder Menge Applaus willkommen gehei├čen. Auch das Maskottchen, Rocky the Raider, durfte nat├╝rlich nicht fehlen. Als jeder seinen Platz gefunden hatte (Das ganze hat im Football Stadion stattgefunden) haben etliche wichtige Menschen ihre Reden gehalten, es wurde viel Willkommen und Danke gesagt, nach knapp zwei Stunden war der Spa├č vorbei. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, ein Foto mit Rocky zu machen. Das musste einfach sein :D
Go Raiders! 
Nach dem Mittagessen zuhause sind etliche der Internationals nachmittags zu einem Fu├čballspiel der Uni- Mannschaft gegangen. Es waren vergleichsweise wenige Zuschauer, aber Soccer ist eben in den Staaten nicht so ein Hype wie in Europa - das ist ja nichts neues. Den Abend habe ich gem├╝tlich zuhause verbracht.
Direkt vorm K├╝chenfenster.
Wollten sicher beim Abwasch
helfen. 
Am Samstag war Mittags das erste American Football Game des Semesters. Da ich schon in Deutschland ein ungeahntes Interesse f├╝r Football entwickelt hatte, war es selbstverst├Ąndlich, dass das sein musste. Da waren im Vergleich zum Soccer am Tag vorher richtig viele Leute und wir hatten zu tun, dass wir noch einen vern├╝nftigen Platz gefunden haben. Entsprechend war auch die Stimmung richtig gut und der Sieg der Raiders wurde lautstark gefeiert. Eine richtig coole Erfahrung, und erst der Beginn einer ausgiebigen Football Saison. Mit dem Ende des Spiels war auch mehr oder weniger der ganze Nachmittag vorbei, schlichtweg deshalb weil beim Football nach jedem Spielzug die Uhr angehalten wird - 48 Spielminuten bedeuten da selten unter 2h tats├Ąchliche Spielzeit. Da wir alle ziemlich gefroren haben (im Schatten war es ganz sch├Ân frisch) sind wir alle nach Hause und ich habe mir einen entspannten Abend gemacht.
Lecker Ramen! Riho approved.
Am Sonntag war dann nichts weiter los, ich war lediglich einkaufen (weil hier ja alle L├Ąden auch Sonntags auf haben) und habe ein paar Dinge f├╝r meine Classes vorbereitet. Denn am Montag war es soweit: der Uni- Alltag beginnt! Abends war ich mit Riho und Jiyoung (aus Korea) erst Ramen essen (yum) und dann bei der Green Show. Im Sommer bis in den Sp├Ątherbst ist in Downtown Ashland von Dienstag bis Sonntag immer eine Vorstellung for free - das kann Musik sein, Theater, Dichter die ihre Sachen vortragen, einfach alles m├Âgliche. Auf jeden Fall jede Menge Kultur und hey, wenn es umsonst ist nimmt man mit was geht! An dem Abend war ein Musiker da, der richtig sch├Âne Akustik Mucke gemacht hat. Ein perfekter Ausklang f├╝r den Sonntag Abend!
The Green Show - feine Musik zum Sonntag abend
Wie die erste Woche Classes so lief, lest ihr im n├Ąchsten Post.
Bis dahin, lasst's krachen und bleibt euch wie immer treu. (:


Dienstag, 19. September 2017

First days in Ashland! Shakespeare Festival & massive Culture Shock

Hello SOU!
Da bin ich nun: Ashland, Oregon. Endlich richtig "settlen" - ich liebe ja reisen und unterwegs sein, aber im gro├čen und ganzen bin ich ein Routine Mensch. Der gerne ein eigenes Bett hat und nicht immer nur aus dem Koffer lebt.
A Propos Koffer. Beim Auspacken ist mir ein kleines aber feines Detail aufgefallen: Das Schloss war weg. Ich hatte meinen Koffer vorbildlich mit einem TSA Schloss abgeschlossen, dass eben jene da rein kommt, ohne meinen Koffer zu zerst├Âren. Und jetzt war das Schloss weg. Daf├╝r lag beim ├ľffnen der verloren geglaubte Kinderriegel ganz oben auf. Die haben tats├Ąchlich meinen Koffer durchw├╝hlt (ok whatever gabs nix weiter zu sehen) und das Schloss nicht wieder rangemacht! Den Kinderriegel h├Ątten sie ja wegen mir behalten k├Ânnen, aber ich will mein Schloss wieder! Das hat mich in dem Moment echt genervt, weil ich das echt frech find ­čśů Aber gut, ansonsten war alles noch drin (wenn sie den ausger├Ąumt hatten dann haben sie ihn auch wieder vorbildlich einger├Ąumt muss man sagen) und ich hab den Inhalt erstmal in meine Schr├Ąnke verteilt.
Riho hat am n├Ąchsten Tag freundlicherweise ihre Suppe mit mir geteilt, weil ich ja logischerweise noch nicht einkaufen war. Das haben wir dann nachmittags ge├Ąndert und sind dabei auch schonmal 'ne Runde ├╝ber unseren Campus spaziert. Schon 'ne sch├Âne Gegend! Wenn nur Lebensmittel nicht so teuer w├Ąren ­čś▒ Klar ist das auch von Laden zu Laden unterschiedlich und wir waren nicht im g├╝nstigsten, aber was ich da f├╝r ein paar Basics an Geld lassen musste hat mir weh getan. In Deutschland w├Ąren das vielleicht 15€ gewesen, in den Staaten l├Ąsst man da locker zwischen 40 und 50$. Damit kam schonmal Kulturschock Teil 1. Als Au Pair war mir das nie so bewusst gewesen einfach weil ich mich nicht mit meinem eigenen Geld drum k├╝mmern musste. Das ├Ąndert sich jetzt, aber Sparfuchs wie ich bin werde ich da schon ein System entwickeln was es wo am g├╝nstigsten gibt. Und der Dollar Store wird mein bester Freund ­čśů
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts - Alles Rauch von den
Waldbr├Ąnden...
Abends war ich dann spontan beim Shakespeare Festival, was hier in Ashland echt eine riesen Sache ist. Dort angekommen war mir dann auch klar warum, denn das St├╝ck, "Julius Ceasar" war richtig gut produziert. Von der Handlung her bin ich zwar nicht zu 100% mitgekommen aber ich hab ja in Geschichte damals aufgepasst und wusste von daher grob worum es ging. Das war sicher nicht das letzte St├╝ck was ich mir angeschaut habe, denn wie gesagt war es echt richtig gut!
Am Freitag bin ich gemeinsam mit Tasha und Riho ein bisschen in der Innenstadt unterwegs gewesen und habe mich in dem Zug gleich noch um einen amerikanischen Bank Account gek├╝mmert. Meine Erfahrung hat mich gelehrt nicht mit meiner deutschen Kreditkarte einzukaufen (Tsch├╝├č Daten), deswegen muss das einfach sein. Kostet mich nichts weiter und ist einfach besser zum einkaufen vor Ort. Das hat dann zwar ein Weilchen gedauert aber ich bin direkt mit meiner brandneuen Bankkkarte aus der Filiale rausspaziert. Danach musste ich noch zu Tracey, meiner Koordinatorin in den Staaten, um mich um meine Kurse zu k├╝mmern. Theoretisch h├Ątte ich das gerne schon dreimal zuhause gemacht, aber da mir nicht auf meine Emails geantwortet wurde haben wir uns eben jetzt drum gek├╝mmert. Dabei ist rausgekommen, dass die meisten Kurse schon voll waren und ich erstmal auf die Warteliste durfte (hmmmm warum wollte ich mich wohl daheim drum k├╝mmern?­čśĹ) aber sicher war ich auf jeden Fall in zwei Literaturkursen, f├╝r die Geographiekurse hie├č es erstmal Daumen dr├╝cken. Gott sei Dank werden die Studiengeb├╝hren f├╝r alle Kurse die ich belege von der Uni f├╝r mich bezahlt (Danke IE3 Global Programm!), aber die restlichen Geb├╝hren haben mir nichtsdestotrotz ein bisschen zu schaffen gemacht, vor allem die sinnlose Krankenversicherung, die ab diesem Semester verpflichtend ist, egal ob man von zuhause eine hat oder nicht. Das sind f├╝r das erste Vierteljahr 580$ f├╝r eine Versicherung, die mich weitaus schlechter abdeckt als die, die ich in Deutschland f├╝r weniger als die H├Ąlfte abgeschlossen habe (f├╝r das gesamte halbe Jahr wohlgemerkt). Nein, die k├Ânnte man auch nicht anrechnen lassen und die Campusversicherung muss sein. Auch da hatte ich im Voraus Emails geschickt um das rauszufinden, aber da wollte mir auch schon niemand antworten. Jetzt war nat├╝rlich der Frust erstmal gro├č. Kulturschock Teil 2!
Zum Gl├╝ck konnte ich mich bei meinen Freunden zuhause ausheulen und meine Eltern greifen mir m├Ąchtig mit unter die Arme (DANKE!!!!!), sodass meine Gef├╝hlsachterbahn sich zum Beginn der n├Ąchsten Woche wieder beruhigt hatte.
Samstag habe ich eher entspannt angehen lassen und nur ausgiebig mit Cindy geskyped. Me Time war dringend n├Âtig nach dem ganzen Stress.
Oh deer! ├ťberall Rehe. Das sind die Campus- Rehe.
Spazieren bei mir auch hin und wieder durch den Vorgarten :D
Sonntag morgen war dann skypen mit meinen Eltern angesagt, um eben ein paar Dinge zu regeln und auch so um mein aufgew├╝hltes Gem├╝t zu beruhigen. Drhemm is halt drhemm - so viel mehr als beim letzten Mal. Moderne Technik relativiert das ganze zum Gl├╝ck ein bisschen und man ist schnell mit der Heimat connected. Den Rest des Tages habe ich mit dem Wocheneinkauf und vorkochen verbracht - die L├Ąden haben hier ja auch alle Sonntags auf, und ja, ich nutze das in aller Ausgiebigkeit. Sorry not Sorry ­čÖł Dank Safeway (Supermarkt) Clubkarte habe ich auch ordentlich Geld gespart - wie gesagt, Sparfuchs l├Ąsst gr├╝├čen. Abends war ich dann in einem japanischen Restaurant essen, und das war in all seiner Einfachheit echt lecker.
Montag und Dienstag waren auch nicht weiter spektakul├Ąr: ein paar Besorgungen hier und da, Kaffee trinken, ein Vorstellungsgespr├Ąch f├╝r einen Job als Deutsch- Tutorin (Got it! Kleiner Verdienst f├╝r nebenbei ­čĹî) und Vorbereitungen f├╝r die Orientation Week. Die ging am Mittwoch los. - mehr dazu im n├Ąchsten Post!

Bis dahin - lassts krachen und bleibt euch wie immer treu (:

Mittwoch, 13. September 2017

Southern Oregon, here I come!

Nach spannenden ersten Tagen in Oregon wurde es am 13. September Zeit, endlich nach Ashland aufzubrechen: zur Southern Oregon University.
Der Haken an der Sache: Oregon ist gro├č. Und mit "Southern" ist auch wirklich der S├╝den des Bundesstaats gemeint, Ashland liegt nur 20 Minuten von Kalifornien entfernt; bis Portland braucht man mit dem Auto 5 STUNDEN und hat sich keinen Meter aus dem Bundesstaat raus bewegt. Das entspricht der Distanz von meinem Heimatort im Erzgebirge bis nach Stuttgart und da durchquert man ein ganzes Land!
Aufgrund der Distanz war es f├╝r mich tats├Ąchlich am g├╝nstigsten und einfachsten, noch einmal in einen Flieger zu steigen und bis nach Medford zu fliegen, das ist die n├Ąchstgr├Â├čere Stadt und nicht ganz eine halbe Stunde von Ashland entfernt. Von Corvallis aus sind wir dann erst nach Monmouth gefahren um dort die Leute f├╝r die Western Oregon University abzuliefern (Wo ich urspr├╝nglich hin wollte - hach ja, so kann's gehen), anschlie├čend ging es zur├╝ck nach Portland. Dort haben wir einige an der Portland State University und in der Stadt abgesetzt, f├╝r mich und noch jemanden f├╝hrte der Weg zum Flughafen. Dort angekommen durfte ich mal wieder aus 3 pers├Ânlichen Gegenst├Ąnden 2 machen (mein Handgep├Ąckskoffer ├╝berrascht mich immer wieder mit ungeahnten Kapazit├Ąten), und nachdem ich mit Tetris spielen fertig war konnte ich dann auch endlich meinen gro├čen Koffer und mich selbst einchecken. Besagten Koffer hatte ich ├╝brigens ohne Waage gepackt - die hilfreiche Dame der Airline konnte mir aber den Weg zu einer Kofferwaage weisen. 50lbs (Pfund) sind erlaubt. 50.9lbs zeigte die Waage an. Punktlandung! ­čśé Umpacken oder extra zahlen f├╝r ├ťbergep├Ąck blieben mir somit erspart, denn solang eine 0 hinter der 5 steht ist alles safe und keiner kann mir was ­čĹî
Waldbr├Ąnde am Horizont - der
Grauschleier ist Rauch und keine
Wolken
Den Koffer war ich also los, und ich hatte noch ein paar Stunden Zeit am Flughafen totzuschlagen. Einiges davon ist mal wieder f├╝r die Security draufgegangen, weil ich circa dr├Âlf Millionen Sachen und elektronische Ger├Ąte hatte (mindestens - wenn nicht sogar mehr!) und die nat├╝rlich alle aus dem Rucksack raus m├╝ssen. Laptop einzeln, neuerdings Tablet einzeln, Handy, Powerbank, Kamera blablabla - auspacken, scannen lassen (der legend├Ąre Nacktscanner - zum 3. mal in zwei Wochen!­čśé Man gew├Âhnt sich irgendwann dran), wieder einpacken - ugh. Inlandsfl├╝ge sind zum kotzen wenn man auf Transatlantik ausgelegt ist. Vor allem weil die Kontrollen nochmal strenger waren als sonst ("Tun sie bitte den Anh├Ąnger ihrer Halskette nach hinten?" - H├Ą?!)
Nach der Prozedur brauchte ich erstmal was zu essen und Kaffee. Ich muss sagen ich mag dem Flughafen in Portland: sehr ger├Ąumig, gutes und vor allem erschwingliches Angebot an unterschiedlichem Essen und funktionierendes Wlan! (Der einzige der bisher 4 Flugh├Ąfen an denen ich bei diesem Trip bisher rumsa├č - that says it all­čśĹ). Nachdem ich meinen Salat und den Cappuccino verzehrt hatte hab ich mich so langsam zum Gate begeben. Das zu finden glich einer Safari, denn ich war im ├Ąu├čersten Winkel des Flughafens, dort wo sozusagen die inl├Ąndischsten Inlandsfl├╝ge ├╝berhaupt starten. Alles wurde immer kleiner, dann ging eine Rolltreppe nach unten und als ich am Gate war und dort eine Propellermaschine stand wurde es mir kurz ein wenig anders ­čśů Dass ich keinen Airbus erwarten durfte war mir klar bei einem 50 min├╝tigen Flug aber moderne Triebwerke h├Ątte ich mir schon gew├╝nscht ­čśů Irgendwie habe ich mich dann doch mit der Situation abgefunden (ging ja nicht anders) und schneller als mir lieb war sind wir in diesen D├╝ngemittelflieger gestapelt worden. Immerhin konnte ich auf dem Weg in die Maschine kontrollieren ob mein Koffer tats├Ąchlich an Bord war, denn eine Gangway gab es nicht und die Treppe ins Flugzeug f├╝hrte am Laderaum vorbei ­čśé Sehr abenteuerlich so weit. Das blieb es auch, ein kleines bisschen mulmig war mir schon als die Propeller gestartet sind - aber wir haben es sicher in die Luft geschafft! :D
Von da aus konnte man dann auch nochmal ganz anders die Ausma├če der Waldbr├Ąnde erkennen. Faszinierend und gruslig zugleich wenn man von oben diese unfassbar gro├čen Rauchwolken aus den Gebirgsz├╝gen aufsteigen sieht. Das sind Dimensionen die ich immer noch nicht begreife.
Die reichlich 45 Minuten Flugzeit waren dann rum wie nichts und die Landung war nach ein wenig Geholpere auch erfolgreich. Puh!
Der Flughafen in Medford ist echt extrem klein, entsprechend musste ich nur durch zwei T├╝ren um in der Eingangshalle zu stehen, wo mich schon Tracey erwartete, die Koordinatorin meiner Uni f├╝r Internationale Studenten. Mein Koffer war dann auch direkt schon auf dem Band und schon sa├čen wir im Auto nach Ashland. Mit ein wenig Smalltalk und Einf├╝hrung in die Umgebung verging die Zeit ratzfatz.
Damit stand ich dann auch schon vor der Haust├╝r meines Heims f├╝r die 7 Monate. Empfangen wurde ich ganz herzlich von Riho, einer japanischen Austauschstudentin die sozusagen mein "Roommate" f├╝r die Zeit sein wird. Meine Hostmum Tasha war leider gesundheitlich nicht ganz auf der H├Âhe und noch beim Arzt, aber wir haben uns dann sp├Ąter begr├╝├čt. Riho hat mir derweil alle wichtigen Sachen im Haus gezeigt und ich konnte endlich durchatmen und anfangen, so richtig anzukommen. Ich hab hier definitiv alles, was ich brauche: eigenes Zimmer, mehr oder weniger eigenes Bad, Schreibtisch, Zugang zu einer vern├╝nftigen K├╝che. Lucky me!

├ťber die ersten Tage in Ashland werde ich im n├Ąchsten Post berichten. Und mit Beginn der Orientation Week fange ich dann auch an, wieder in alter Gewohnheit die Tage zu z├Ąhlen. Wenn es richtig losgeht sozusagen (:

Bis dahin - lasst's krachen und bleibt euch treu! ♡

Dienstag, 12. September 2017

Welcome to the West Coast

5. September, 7 Uhr morgens: Ich mache meinen Koffer zu, der endlich wieder "leicht" genug ist um den Airline Standards zu entsprechen und mache mich auf den Weg zum Zug, der mich nach New York bringen soll, von wo aus ich dann in einen Bus steigen werde, der mich an den Flughafen LaGuardia bringen soll, wo ich in einen Flieger steigen werde der bis nach Charlotte/North Carolina geht sodass ich von dort aus weiter nach Portland fliegen kann.

So weit, so gut. Ein kurzer Abriss des Trips: Die Sicherheitskontrollen sind stressig und ich fliege nie wieder mit American Airlines. Ich bin zwar sicher von A nach C gekommen aber ich hatte auch schon angenehmere Fl├╝ge mit h├Âflicheren Crews.
Anyway. Irgendwann um 23Uhr des Nachts (immer noch am 5. September - geil wenn der Tag dank Zeitverschiebung 27h hat­čśů) bin ich dann endlich in Portland gelandet - und sa├č erstmal fest. Gl├╝cklicherweise gab es am Flughafen kostenloses Wlan sodass ich mir die Zeit bis zur ersten Bahn richtung Stadt fr├╝hmorgens gut vertreiben konnte. An Schlaf war nur begrenzt zu denken, aber insgesamt h├Ątte es k├Ânnen noch schlimmer sein.
Wolken? Sch├Ân w├Ąrs...
Fun Fact: der Pilot sagt beim Landeanflug "Klarer Himmel drau├čen und ca. 28°" - aber was man sieht ist nichts au├čer Wolken. Nur dass es keine Wolken sind, sondern Rauch von Waldbr├Ąnden ­čÖł Ziemlich heftig was in Oregon da gerade abgeht und extrem verwirrend, weil die Augen sagen "Es ist bew├Âlkt, die Sonne kommt nicht durch" der Kopf aber wei├č "Das ist alles Rauch, die Sonne kommt nicht durch". Total strange.
Anyway nunmehr am 6. September bin ich schlie├člich fr├╝hs zeitig in die Bahn gestiegen, nach Portland in die Stadt gefahren und hab mir erstmal den ersten kleinen Kulturschock abgeholt: Die Obdachlosen an der Westk├╝ste sind anders als die an der Ostk├╝ste. Es gibt sie ├╝berall, aber an der Westk├╝ste sind sie irgendwie "pr├Ąsenter"... Da wird man direkt dankbar dass man selber ein Dach ├╝berm Kopf hat. Auf dem Weg von der Bahnstation zum Hostel kam der n├Ąchste Kulturschock: Ich sah mit meinem riesigen Koffer und Augenringen bis zum Boden vermutlich selber nicht gerade einladend aus aber mir hat jeder auf dem Weg einen Guten Morgen gew├╝nscht. Das war verwirrend, weil sich z.B. in New York kein Mensch f├╝r dich interessiert und auf der Stra├če gleich recht niemand ohne weiteres freundlich ist. Like What?
Bier f├╝r alle!
Im Hostel angekommen habe ich erstmal ordentlich gefr├╝hst├╝ckt und die ersten Leute aus meiner "Reisegruppe" getroffen - Etliche andere Studenten aus BaW├╝ sind im gleichen Programm wie ich, kommen aber an andere Unis, und das war sozusagen unsere "Orientation Week". Bis wir offiziell einchecken konnten habe ich mich mit dem Laptop ins Hosteleigene Caf├ę gesetzt und diverse Dinge erledigt. Sehr viel mehr habe ich an dem Tag dann auch nicht mehr geschafft, wie gesagt; wenig Schlaf und so. Abends sind wir dann alle gemeinschaftlich noch in einer Brauerei gegangen, die ordentliches Bier serviert hat. Handels├╝bliches Ami- Bier ist ja eher dickes Wasser, jedoch nicht in Oregon! Hier hat sich in den letzten Jahren eine richtig gro├če Brau-Kultur entwickelt und es gibt unz├Ąhlige Brauereien die allesamt richtig gutes Bier brauen. Um das auszutesten haben wir die Chance genutzt um in besagtem Brauhaus, 10Barrel Brewing, 10 ausgew├Ąhlte Biersorten zu probieren. Diese wurden sehr vorteilhaft in kleinen "Probierportionen" je sch├Ątzungsweise knapp 200ml als 10er Palette f├╝r 10$ angeboten. Geile Meile! Dabei waren sehr klassische Biersorten, aber auch ziemlich experimentelles Zeug wie "Pumpkin Sour" oder "Pina Colada Sour" - das hat ein bisschen geschmeckt wie die Mischgetr├Ąnke in Deutschland :D Am wenigsten hat mir das Bier mit R├Ąuchernote geschmeckt, die meisten anderen fand ich eigentlich sehr lecker. Fest steht: wir hatten in der Brauerei alle sehr viel Spa├č, vor allem als der Kellner zwei weitere Paletten brachte, die wir gar nicht bestellt hatten - die gingen dann aufs Haus ­čśé
Cannon Beach
Lewis and Clark Statue am Ende des
Oregon Trail in Seaside
Am n├Ąchsten Tag war urspr├╝nglich ein Tag in Portland geplant gewesen aber aufgrund der schlechten Luft hat die Gruppe inklusive "Guides" entschlossen, ans Meer zu fahren. Cannon Beach hie├č das erste Ziel, Seaside sollte das zweite werden.



Mt. St. Helens im Nebel/Rauch/Wolke
Die eigentlichen Pl├Ąne der Woche wurden leider auch am Freitag durch die Waldbr├Ąnde durchkreuzt: Urspr├╝nglich war Multnomah Falls angesetzt, ein wundersch├Âner Wasserfall, allerdings war der mehr oder weniger von Feuern eingekesselt sodass daraus nix wurde. Stattdessen sind wir einen Bundesstaat weiter n├Ârdlich nach Washington State gefahren, zum Mt. St. Helens um ganz genau zu sein. Falls euch der Name des Berges bekannt vorkommt d├╝rfte das daran liegen, dass es den in den 80er Jahren in die Luft gesprengt hat ­čśů Der Mt. St. Helens ist ein nach wie vor aktiver Vulkan, der nach besagtem Ausbruch jedoch keine wirkliche Spitze mehr hat. In den letzten Jahren ist er zwar um einiges gewachsen, aber man merkt immer noch (vor allem an der direkten Umgebung des Berges) dass dieses Desaster "erst" knapp 40 Jahre her ist. Vor allem ich als Geographiestudentin fand das alles mega interessant.


Nachdem wir zur├╝ck in Portland waren wurde umgepackt f├╝r die Weiterreise, bevor es am n├Ąchsten Tag dann aber richtung S├╝den ging habe ich erst noch ein weltklasse Eis bei Salt&Straw gegessen. Das war sozusagen mein Abendbrot, hat sich aber gelohnt :D Denn das ist da auch kein normales Eis, sondern es gibt Geschmacksrichtungen wie "Oliven├Âl" oder "Knochenmark mit Bacon" oder so. Oliven├Âl habe ich probiert, war erstaunlich lecker! F├╝r meine endg├╝ltige Auswahl bin ich dann jedoch bei s├╝├čem geblieben: Rose City Centennial und Almond Brittle with Salted Ganache in einer frisch gebackenen Eiswaffel. Halleluja. Das war mal geiles Eis.

Bianca und ich hatten Spa├č im
Souvenirshop :D
Am n├Ąchsten Morgen war nach dem Fr├╝hst├╝ck dann Abfahrt richtung Corvallis angesagt, Home of the "Beavers", dem Sportteam der Oregon State University. An jenem Tag war auch noch ein Collegefootball Heimspiel und bei unserer Ankunft waren schon etliche Fans da die es sich zum "Tailgating" gem├╝tlich gemacht haben. Sprich: die Ladefl├Ąche des Pickup Trucks vollgeladen mit Grill, Zelt und Campingst├╝hlen und K├╝hlbox, zum Stadion fahren und dann dort auf dem Parkplatz eine Pre- Game- BBQ- Party veranstalten.
Clam Chowder in a Bread Bowl - pretty darn good
Wir haben uns jedoch nicht l├Ąnger dort aufgehalten und sind weiter nach Newport gefahren. In der kleinen Fischerstadt gab es Mittagessen bei Mo's Seafood, ich habe mir Clam Chowder bestellt. Es war zwar nicht so gut wie in Neuengland aber trotzdem lecker. Im Anschluss hatten wir etwas Zeit zum bummeln gehen und haben die frische Meeresluft genossen, den Seel├Âwen beim chillen zugeschaut und den einen oder anderen Souvenirshop unsicher gemacht.
South Beach - verregnet aber trotzdem sch├Ân!
Dann ging es weiter zum Zeltplatz nach South Beach, der (wie der Name vermuten l├Ąsst) sehr nah am Strand war. Nachdem die Zelte aufgebaut waren sind wir dann ├╝ber Stock und Stein genau dort hin spaziert, inzwischen war das Wetter leider ziemlich bescheiden: nass und verregnet. Dennoch hat der st├╝rmische Pazifik seine ganz eigene Magie. Nach dem Ausflug zum Strand haben einige von der Gruppe sich ein warmes Pl├Ątzchen in einer Brauerei gesucht, ich habe mich f├╝r ein Nickerchen entschieden was allerdings ein bisschen ausgeartet ist und ich ungelogen bis zum n├Ąchsten Morgen um 7 durchgeschlafen hab ­čśů Aber gut, passiert.

Trockengelegte Meerestiere - echt interessant!
Das Wetter hatte sich ├╝ber Nacht zum Gl├╝ck gebessert. Nach einem reichlichen Fr├╝hst├╝ck sind wir zu den Yaquina Tide Pools gefahren, wo man bei Ebbe jede Menge trocken gelegte Unterwasserwelt beobachten kann. Das war ziemlich cool, denn von Robben ├╝ber Muscheln und Anemonen bis hin zum Seestern und Krebsen konnte man sich da alles ganz genau anschauen. Der Leuchtturm war leider noch stark vernebelt. Der n├Ąchste Stopp lag beim Marine Science Center, eine Mischung aus Aquarium und Forschungsanstalt, wo wir eine ausgiebige F├╝hrung bekommen haben. Das Center war richtig  cool und mega intereassant aufgebaut. H├Ątte dort locker noch mehr Zeit verbringen k├Ânnen. Zum Mittagessen sind wir nochmal zur├╝ck zum Zeltplatz, haben selbige abgebrochen und sind im Anschluss nochmal zum morgens vernebelten Leuchtturm gefahren, weil inzwischen strahlender Sonnenschein herrschte. Dort haben wir jede Menge h├╝bscher Bilder gemacht und konnten sogar Wale beobachten!!! Das war echt richtig cool.

Danach ging es zur├╝ck nach Corvallis, wo wir f├╝r die paar Tage im Studentenwohnheim neben dem Stadion untergebracht waren. Sprich: Man hat die Marchingband beim ├╝ben geh├Ârt ­čśé und ich bin umso froher, dass ich in Ashland dann mein eigenes Zimmer habe - denn auf so kleinem Raum zu zweit oder zu dritt zu wohnen... puh, ich w├Ąre irgendwann m├Ąchtig genervt. Ich fand es ja alleine schon nicht sonderlich gro├č. Anyway, zum Abendessen sind wir als Gruppe in eine ├Ârtliche Brauerei gegangen, wo ich zwar kein Bier getrunken aber ein ganz vorz├╝gliches Pulled Pork Sandwich gegessen habe (Gr├╝├če gehen raus an Kristian!)



Die St├Ąrkung war f├╝r den n├Ąchsten Tag auch dringend n├Âtig, denn da stand eine Wanderung bei den Silver Falls an. Wir haben in etlichen Stunden den Ten Falls Trail bezwungen, der trotz relativ wenig Wasser in den F├Ąllen sehr sch├Ân war.

Den Abend haben wir eher entspannt verbracht, denn auch f├╝r den n├Ąchsten Tag war wieder etwas spannendes geplant: White Water Rafting! In aller Fr├╝he sind wir aufgebrochen, haben am Fluss noch einmal eine kleine Einf├╝hrung in die Basics des Rafting bekommen und dann ging es auch schon los. An dieser Stelle hat man leider auch die Waldbr├Ąnde wieder mehr mitbekommen, denn es hat ziemlich rauchig gerochen - dem Spa├č an der Sache hat das aber keinen Abbruch getan. Es hat echt richtig viel Spa├č gemacht, war aber auch mitunter gut anstrengend.
Die Crew vorm White Water Rafting


Nach diesem sehr Outdoor gepr├Ągten Tag waren wir Abends als Gruppe noch verdienterweise Pizza essen und es war cool nochmal beisammen zu sitzen.
Damit war die erste Woche Orientation auch schon vorbei und die Wege trennten sich so langsam. Einige blieben in Corvallis an der Oregon State University, andere sind weiter nach Eugene an die University of Oregon gegangen, einige an die Western Oregon University, einige zur├╝ck nach Portland an die Portland State Univeristy, zwei verschl├Ągt es in den Osten des Bundesstaates an die Eastern Oregon University und f├╝r ich ging es alleine in den S├╝den: Ashland und Southern Oregon University, here I come!

Letzter Abend gemeinsam!
Die Reise dahin geht im n├Ąchsten Blogpost weiter. Bis dahin; lassts krachen und bleibt euch alle treu. ♡